Endlich einmal wieder ein Erfolg - Yasar,
die Transfrau aus der Türkei, die seit 29. Mai in Schubhaft saß, wird nicht
abgeschoben, sie ist frei! Sie konnte gestern abend das Gefängnis
verlassen. Der Widerstand in Österreich, aber wohl auch der Protestbrief, den ich gemeinsam mit meinem Ko-Vorsitzenden der LGBT-Intergroup im EP und meinem Grünen Kollegen Raul Romeva an Innenministerin Mikl-Leitner (s. ulrikelunacek.eu) geschickt habe, hat offensichtlich Wirkung gezeigt.
Das Verfahren wird zwar neu aufgerollt, jetzt ist
die Chance groß, dass Yasar Asyl erhält. Auch wir Grüne werden diesen Asylfall
genauest weiter verfolgen und Unterstützung geben wo nötig und
gewollt.
Aber der Erfolg des Protestes hat einen bitteren
Beigeschmack: Warum bedarf es in Österreich und anderen EU-Staaten immer erst
massiven Widerstandes bis Menschen, die ihn ihren Heimatländern verfolgt werden,
tatsächlich der in der Genfer Flüchtlingskonvention zugesicherte Schutz zuteil
wird? Es ist eine Schande, dass Österreich hier schon seit Jahrzehnten nicht
mehr mit gutem Beispiel voran geht: 1956 (Ungarn) und 1968 (Tschechoslowakei)
aber auch in den 1970er und 1980er Jahren (Flüchtlinge aus den
lateinamerikanischen Diktaturen aber auch aus Iran, Irak und Afghanistan)
war dies noch anders.

