Da schimpfe noch wer pauschal über "die Kärntner", die die Geschicke ihres schönen Bundeslandes von korrupten Machthaberern in den wirtschaftlichen Sumpf manövrieren lassen: Mehr als 1000 waren es, die sich am Freitagabend auf der pittoresken Burgarena Finkenstein drei Stunden lang von Konstantin Wecker mitreissen ließen in seine gesellschafts- und kapitalismuskritische Liederwelt der letzten vierzig(!) Jahre, inklusive aktueller Themen: Der 'Triple A'-Song zum Beispiel, angeblich entstanden am Nachmittag vor seinem letzten Wien-Konzert, als Österreich von Standard&Poors erstmals runterge'ratet' wurde, oder Aktuelles zu Bankenrettung und Spardiktat mit des Merkens würdigen Formulierungen wie 'Menschenwürde unter Finanzierungsvorbehalt' - soll heißen: wenn's ums Geld geht, zählen Menschenwürde und -rechte nicht mehr viel. Wie wahr - und deshalb heißt einer seiner neueren Songs auch 'Empört Euch!'.
Passende Seitenhiebe auf die Kärntner Korruptionsskandale durften natürlich nicht fehlen, trafen sie doch haargenau die Ermutigungs-Stimmung unter uns, die wir da hoch über dem Faaker See Weckers Balladen lauschten.
'Wut und Zärtlichkeit' heißt seine neueste CD und Tour - und was bei Wecker wohl über die Jahrzehnte immer wieder anspricht und berührt ist die Kombination davon: Denn Männer, die in ihrer Kunst sowohl Wut und Angst als auch Liebe und Zärtlichkeit zum Ausdruck bringen und gleichzeitig sich politisch engagieren, gibt's nicht viele!
Heute abend singt er, hab ich seinem Terminkalender entnommen, 'unplugged' in der Cselley-Mühle in Oslip im Burgenland. Auch dort werden die ZuschauerInnen wohl mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und Ermutigung nach Hause gehen. Gut so!


Hier gibt es Tickets für die Konzerte.
Kommentiert von: Konstantin Wecker Tickets | 14. August 12 um 12:05 Uhr