"Kurzfristig sind Eurobonds für uns nicht tragbar", so tönte Außen- und Europa(!)minister sowie ÖVP-Obmann Spindelegger in der heutigen ZiB 2 - und war wieder einmal mehr Chef einer uneinigen ÖVP denn Europaminister eines Eurostaates. Er eiferte damit seiner Finanzministerin Fekter nach, die auch nicht verstehen will, dass Eurobonds des gesamten Euroraumes zwar für Österreich (und Deutschland) etwas höhere Zinsen bedeuten würden, gleichzeitig jedoch schwächere Länder vor hochriskanten Spekulationen gegen sie (und damit wegen der Verflechtung von Wirtschaft und Finanzmärkten) auch Schutz für Österreich bedeuten.
Oder glauben Spindelegger, Fekter und Merkel tatsächlich, dass sie weiterhin so viel exportieren können, wenn es ihnen niemand abkauft? Schließlich gehen 60% der Exporte Deutschlands in andere Euroländer...
Und Spindelegger will die "strukturellen Probleme im Land angehen" - das Wörtchen "Verwaltungs-" oder gar "Föderalismus"reform kam ihmn dabei nicht über die Lippen. Denn wenn er das umsetzen will, müßte er einigen Landeskaisern ziemlich weh tun. Und da trauen weder er noch sein SPÖ-Pendant Faymann sich drüber.
Reform- und Zukunftsbremser sind sie, unsere Regierungschefs.

