Sie machte es sehr plakativ und dramatisch, brachte Beispiele aus ihrer eigenen Erfahrung als irische Staatspräsidentin bzw. als UNO-Menschemrechtskommissarin, und aus ihrem jetzigen Engagement mit der Alliance of Women Leaders Against Climate Change: "Wir haben keine Zeit mehr noch Jahrzehnte zu warten! Kann Europa denn nicht endlich entscheiden, hier eine weltweite Führungsrolle zu übernehmen? Zu sagen, wir gehen Richtung 30% Reduzierung der Treibhausgase, wenn die anderen es tun, das ist kein "Leadership"," konstatierte Mary Robinson bei ihrem eindringlichen Vortrag am Montagabend zu Beginn der Politischen Gespräche beim Forum Alpbach.
Und sie bezeichnete die "Klimawechsel-Leugner", die von den Fossilbrennstoff-Unternehmen und -Lobbies finanziert werden, als "shocking and distressing", und dass hier eine "ganze Industrie" am Werk ist, die die wissenschaftlichen Beweise für den Klimaschutz zu unterminieren versucht.
Sie betonte auch die Notwendigkeit, dass Frauen eine stärkere Führungsrolle übernehmen, und sie macht es selbst rund um die großen Klimakonferenzen - die nächste Ende November/Anfang Dezember in Durban/Südafrika - mit der Alliance of Women Leaders Against Climate Change. Sie brachte eindringliche Beispiele der großen Belastung von Frauen, die ja immer noch
die Mehrheit der armen Bevölkerung stellen, immer noch die sind, die mehrheitlich die Familien ernähren, die Kinder und Kranken betreuen - und am wenigsten mitzureden haben, wenn es um politische, soziale, wirtschaftliche und ökologische Entscheidungen geht.
Sie schloss mit der ernüchternden Feststellung, dass "meine Enkel die Unruhen und die Katastrophen in der Welt erleben werden, wenn der Klimawandel außer Kontrolle gerät". Und sie forderte die anwesenden vielen jungen Menschen auf, gegenüber der jeweiligen politischen Führung darauf zu beharren und Druck zu machen, dass Klimawandel wirklich ernst genommen wird.
Der massive und lang anhaltende Applaus machte klar, dass ihre Worte Gehör gefunden hatten.

