Er selber beteilige sich an der Kampagne, denn Gewalt gegen Frauen sei ein Verbrechen, meinte Jerzy Busek, Präsident des Europäischen Parlamentes, gestern zu Beginn der Tagung "Violence against Women: We can stop it!", mit der eine Reihe von Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag im EP ihren Höhepunkt gefunden haben. Die spanische Gleichstellungsministerin und derzeitige Ratsvorsitzende Bibiana Aído Almagro präsentierte die Pläne der spanischen Präsidentschaft, um die "Kultur der Frauenunterdrückung, die seit Hunderten von Jahren allerorts Frauen ihre Rechte und Möglichkeiten nimmt" endlich zu beenden. "gegen machistische Gewalt muss die EU gemeinsam handeln," so Aído. So soll es z.B. eine Richtlinie gegen Frauenhandel geben, einen gemeinsamen europaweiten Notruf (116) und Sensibilisierungskampagnen (wie derzeit die gegen die Gehaltsschere) zur Prävention und zum Schutz von Frauen.
Die zuständige Vize-Kommissionspräsidentin Viviane Reding formuliert dann ihre schon in der "Frauencharter" vorgestellten Pläne unter dem Motto: Würde, Unversehrtheit und ein Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt. "Frauen müssen ohne Angst leben können". Forderte sie und erklärte, dass die bis 2015 umzusetzende Strategie ein Programm der gesamten Kommission sei.
Klingt alles wunderbar. Wie weit es gelinfgt, werden schon die nächsten Monate zeigen. Da stehen nämlich im Plenum des Europaparlament Gleichstellungs-Abstimmungen über für manche auch in Lösterreich sehr heikle Themen an, nämlich etwa 40% Frauenquote in Aufsichtsräten sowie mindestens zwei Wochen Vaterschaftsurlaub gleichzeitig mit der Mutter in den ersten Wochen nach der Geburt. Und voll bezahlt, für beide. Im Frauenausschuss ist es uns vor wenigen Wochen gelungen dafür eine Mehrheit zu erlangen, gegen den heftigen Widerstand der Konservativen - nach dem Motto "das kostet zu viel". Sie haben wohl noch immer nicht verstanden worum es geht: dass nämlich Väter früh bei ihren Kindern bleiben und Windelwechseln u.ä. lernen sollen. Und dass Unternehmen lernen müssen, dass auch Männer wegen Kindern zuhause bleiben....
Noch ein langer Weg. Aber Buzeks. Aídos und Redings Entschlossenheit sowie die Abstimmungsergebnisse im Frauen-Ausschuss geben etwas Hoffnung.


Kommentare