Viele schöne Worte fand der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos, als er sich heute im Außenpolitischen Ausschuss den Fragen der Europaabgeordneten zum außenpolitischen Programm der spanischen Ratspräsidentschaft stellte. Doch keine einzige Silbe hat er zu der von mir gestellten Frage zu den Plänen der brasilianischen Regierung Amazonien betreffend verloren: ein Riesenstaudamm am Rio Xingu soll im Rahmen des sogenannten Belo Monte-Projektes 500 Quadratkilometer überfluten, rund 20.000 Indigene von ihrem Land absiedeln - und dabei eine Leistung von 11.000 Megawatt bringen. Das wäre der drittgrößte Staudamm weltweit, nur Itaipu (auch Brasilien) und der mehr als umstrittene Drei-Schluchten-Damm (China) bringen mehr MW an Leistung.
Weiters würde dieses Megaprojekt laut Berechnungen von Klimaforschern etwa so viel, wenn nicht sogar mehr Treibhausgase produzieren wie der gesamte Ballungsraum von Sao Paulo. UND der Staudamm drohe den Rio Xingu auf einer Länge von 140km auszutrocknen.
Auch österreichische Unternehmen wie Andritz machen sich Hoffnung auf einen Auftrag. An diesem Projekt - wie schon beim gestoppten türkischen Ilisu-Damm-Projekt - wird sich zeigen, ob die EU und europäische Mitgliedstaaten (dort wo etwa Kreditgarantien vergeben werden) sowie Unternehmen ihre (Selbst)Verpflichtungen zu ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit Ernst nehmen oder es lediglich Lippenbekenntnisse sind.


liebe ulrike, danke dass du dich dafür engagierst!
Kommentiert von: Klaus Werner-Lobo | 05. Februar 10 um 09:33 Uhr
Habe jetzt auch schriftliche dringliche Anfrage an Rat und Kommission eingebracht mit meiner französischen Kollegin Catherine Greze. Link in Kürze hier zu finden!
Kommentiert von: Ulrike Lunacek | 14. Februar 10 um 19:38 Uhr