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20. Februar 10

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Patrick Horvath

Ohne den Mangel an Rechtsstaatlichkeit in China schoenreden zu wollen: Tibet vor dem Einmarsch Chinas war eine bizarre, voellig anachronistische Moenchsdiktatur - feudal, reuckstaendig, ohne nenneswerte Grundrechte oder Sozialsystem. Wenn Sie, Frau Mag. Lunacek, damals und dort in der "unberuehrbaren" Kaste geboren worden waeren, haetten Sie kaum die Moeglichkeit zur Bildung gehabt, geschweige denn zur Auslebung einer selbstbestimmten, schon gar nicht gleichgeschlechtlichen Sexualitaet. Auch die Religion, die der Dalai Lama vertritt, ist nicht "politisch korrekt", frauenfreundlich und vernunftsorientiert, sondern voller absurder Rituale und Daemonologie. Ich glaube, dieser seltsame Guru wird vom Westen zu sehr idealisiert.

Nicht nur in der Annahme der Humanitaet des Dalai Lama gibt sich der Westen einer Illusion hin, sondern auch bezueglich der machtpolitischen Moeglichkeiten der "alten Welt". Die Zeiten, in denen sich China, die kommende Weltmacht, vom wirtschaftlich und demographisch niedergehenden Europa moralische Vorgaben machen laesst, sind endgueltig vorbei, das ist einfach eine realistische Einschaetzung. Was nicht heißt, das wir unsere Werte aufgeben sollen - aber wir sollten uns unserer mangelnden globalen Gestaltungsmacht bewusst werden und ein wenig Realismus einkehren lassen.

Wenn wir wirklich gestalten wollten, sollten wir uns weniger durch zahnlose Rhetorik hervortun, sondern durch den Aufbau einer einheitlichen europaeischen Außenpolitik. Positiv an den Gruenen - sage ich aus sonstiger eher kritischen Distanz - ist hier wenigstens, dass sie durchaus dafuer eintreten.

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