Wenn er alles was er in seiner beeindruckenden Rede heute hier vor uns Abgeordneten in Straßburg gesagt hat auch umsetzt, dann sieht dieses Europa in einem halben Jahr wirklich ziemlich anders aus, sogar avantgardistisch, wie es ihm der sozialdemokratische Fraktionschef Schulz verfrüht schon jetzt zuschreibt: die Erneuerung der europäischen Wirtschaft mit einem Sozialpakt und ökologischer Nachhaltigkeit, der verstärkte Kampf gegen den Klimawandel, v.a. im Verkehr (da gab er bei der Replik auf Daniel Cohn-Bendit zu, dass das von ihm propagierte Elektroauto alleine die Verkehrsmisere nicht lösen wird!), die Reduktion der Energieabhängigkeit, die technologische Innovation, die Bildung v.a. an den Universitäten und den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen.
Hehre Ziele - die Frage ist, ob Zapatero gemeinsam mit Barroso, van Rompuy und Ashton auch gegen die Interessen einiger Mitgliedsstaaten diese Ziele umzusetzen bereit ist und damit erfolgreich sein wird. "Cambio", "Change", ist notwendig. Ob Zapatero dies über seine rhetorische Fähigkeiten hinaus schaffen wir, ist zu bezweifeln. (Er sprach hier im EP 25 Min lang frei und schaffte es zum Teil auch emotional zu bewegen, zB als er die Rechte der BürgerInnen in Zusammenhang mit der Demokratisierung und Europäisierung Spaniens nach dem Ende der Diktatur 1975 stellte.)
Worauf er überhaupt nicht einging ist die Erweiterung am Westbalkan (Spanien hat Kosovo als eines von 5 EU-Ländern immer noch nicht anerkannt) und das Thema Migration... Wohl weil Letzteres in Spanien derzeit selbst sehr kontrovers diskutiert wird. Hier hat er zuwenig Mut gezeigt.


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