Von "Kesseltreiben" gegen die bulgarische Kandidatin sprach ÖVP-Delegationsleiter Strasser, von einer "völligen Reinwaschung" Othmar Karas. Da waren sich die beiden eines von wenigen Malen einig, in ihrer Mitleidstour für die gescheiterte Kandidatin Rumiana Jelewa.
Sie hat selbst die Notbremse gezogen, als sie merkte dass nicht einmal der Rechtsdienst des Europäischen Parlamentes ihr einen völligen Freibrief ausstellte: Zwischen ihrer Erklärung und den von ihr vorgelegten Dokumenten, als sie Europaabgeordnete wurde, gibt es einige Widersprüche, die auch der EP-Rechtsdienst nicht klären konnte. Und inhaltlich war sie - das mußte ihr wohl auch selbst klar geworden sein - der Aufgabe nicht wirklich gewachsen, hatte sie doch in dem Bereich von humanitärer Hilfe keine wie immer geartete Erfahrung und zeigte sie doch im Hearing für dieses Ressort inakzeptable Schwächen: So schien sie nicht einmal zu wissen wo der Golf von Aden ist, und dass Georgien nicht mehr zum Nahen Osten gehört....
Nach Schelewas Rückzug hat Barroso nun die Chance, auch andere Fehlgriffe - wie etwa bei der Ressortzusammenstellung - wieder gutzumachen.
Eine führungsstarke Kommission wird es wohl dennoch nicht werden, so vorsichtig und initiativlos wie sich die meisten KandidatInnen in den Hearings gezeigt haben.


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