Nein, Ludmila Alexejewa ist keine Märchenerzählerin. Sie ist russische Menschenrechtsverteidigerin und hat heute gemeinsam mit Oleg Orlow, Sergej Kowalew und für Memorial (auf Vorschlag der Grünen) den Sacharow-Preis des Europaparlamentes erhalten. Ein berührender Moment als die drei - stellvertetend für viele, die immer noch kämpfen oder die umgebracht wurden wie Natalia Estemirova und Anna Politkowskaja - vom polnischen Parlamentspräsidenten Jerzy Buzek den Preis überreicht bekamen.
Im Gespräch mit uns Grünen heute nachmittag berichtete Alexejewa von den vielfältigen Aktionen, die sie setzen, um Meinungsfreiheit und andere Grundrechte einzufordern. So zum Beispiel dass sie jeden 31. eines Monats (nach Artikel 31 der russischen Verfassung, der Demonstrationsfreiheit garantiert) um 22 Uhr sich an einem Platz in Moskau versammeln um ihr Demonstrationsrecht einzufordern. Alexejewa ist diejenige, die vorher den Antrag dazu stellt - und siehe da: wenn sie zum Platz kommen sind immer schon -zig Polizisten vor ihnen da... Mit dem ihr eigenen Humor meinte Alexejewa dann "vielleicht sollte ich mich als Schneewittchen verkleiden" damit ihnen das Demonstrationsrecht gewährt wird...
Und Sergej Kowalew meinte: "Schon seltsam, dass die vom Regime immer als gewöhnliche Verbrecher titulierten Mörder sich immer nur MenschenrechtsaktivistInnen für ihre Gräueltaten aussuchen!"
Die Verleihung des Menschenrechtspreises an Memorial ist für mich Auftrag an die Europäische Union, Menschenrechtsfragen wieder in den Mittelpunkt außenpolitischen Handelns zu stellen.


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