Ich fahre gerne mit dem Zug. Im Prinzip. Im Konkreten hält sich die Freude ziemlich in Grenzen: Da schaffen die ÖBB zum einen die direkte Zugsverbindung Wien-Straßburg ab, dh. dass es für österreichische Europa-Abgeordnete und andere Reisende keine einzige Möglichkeit mehr gibt, ohne Umsteigen nach Straßburg und zurück zu kommen - die direkten Flugverbindungen gibt es, so wird mir erzählt, schon lange nicht mehr.
Oder gestern abend der Versuch, von Straßburg nach Pristina zu gelangen, wo ich heute vormittag an einer Diskussion mit dem kosovarischen Innenminister und dem EU-Vertreter zum Thema Visa-Liberalisierung teilnehme: Straßburg-Zürich, 3 Stunden Zug, und heute früh mit dem Flieger nach Pristina. Akzeptabel. Dachte ich. Denn der Zug zwischen zwei halbwegs großen und wichtigen europäischen Städten hatte weder einen Speisewagen (Mittagessen hatte ich im Plenarstreß nicht geschafft) noch ein mobiles Bordservice. Zum Glück schenkte mir eine Mitreisende Schokolade und einen Apfel und Wasser hatte ich selbst mit. Auch eine Steckdose für den mittlerweilen leeren Handy-Akku suchte ich vergeblich. Und schließlich wurde es an der französisch-Schweizer Grenze frierend kalt im Zug - anscheinend fiel die Heizung aus. Erst nach einem langen Aufenthalt in Basel wurde es wieder warm und ich konnte Haube und Daunenjacke wieder ausziehen...


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