Als Vorsitzende der LGBT (Lesbian/Gay/Bisexual/TransGender)-Intergroup des Europäischen Parlaments freut es mich sehr, dass gestern einen neuerlichen Schritt zur Stärkung der Rechte von lesbischen und schwulen Paaren sowie gegen Diskriminierung gesetzt wurde. Das EP beschloss gestern angesichts der Forderung nach Niederlassungsfreiheit für "EU-BürgerInnen und ihre Familien, sowohl in Eingetragenen Partnerschaften wie in Ehen" in Straßburg eine dementsprechende Resolution.
Fast wäre es gelungen, die volle Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Ehen zu beschließen, aber die Volkspartei- und Sozialdemokratie-Fraktion einigten sich auf eine Abschwächung des Ausschuss-Vorschlages der Resolution zum sogenannten Stockholm-Programm, das den Rahmen für den "Raum der Freiheit, Sicherheit und Justiz" neu definieren soll. Mit dieser Entschließung fordert das Europäische Parlament alle Mitgliedstaaten auf, die Niederlassungsfreiheit auch für gleichgeschlechtliche Paare zu gewährleisten.
Das ist ein wichtiger Schritt - und sollte die österreichische ÖVP und SPÖ dazu bewegen im Justizausschuss sowie im Plenum des Nationalrates beim Beschluss des Lebenspartnerschaftsgesetzes im Lauf des Dezember klarzustellen, dass die Niederlassungsfreiheit gewährleistet wird und dass der Familienbegriff auch für Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern gilt. Das bedeutet, das Verbot der Stiefkindadoption muss fallen.

