Unter dieses Motto stellte ich meine Rede bei der Eröffnung der diesjährigen ILGA-Europa-Konferenz in Malta gestern vormittag: Für LGBTI (Lesben und Schwule, Bisexuelle, TransGender und Intersex-Personen) geht es schließlich darum "out and proud" - also "offen und stolz" - leben zu können, ohne Angst vor Diskriminierung, verbaler oder sogar körperlicher Gewalt.
Und deshalb gelte es, gegen Vorurteile anzukämpfen, sichtbar zu sein und damit die (oft negativ geprägten) Bilder von uns in den Köpfen der Menschen zu verändern: Ohne Sichtbarkeit gibt's keine Rechte, denn "wenn wer nicht sichtbar ist, existiert nicht für die heterosexuelle Mehrheit - und wer nicht existiert hat keinen Anspruch auf Rechte."
Ich berichtete über die Arbeit im Europaparlament (zB den Erfolg der Resolution, die das homophobe Gesetz in Litauen verurteilte), über meine neue Rolle als Co-Präsidentin der LGBT-Intergroup im EP, die ich gemeinsam mit dem britischen schwulen Labour-Abgeordneten Michael Cashman leite, und darüber wie wir (in LGBT-Angelegenheiten engagierte) Europa-Abgeordnete in Zukunft, mit der neuen Basis von Lissabon-Vertrag und Grundrechte-Charta, mit ILGA und ihren Mitgliedsorganisationen zusammenarbeiten können - etwa beim Lobbying der Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten für die umfassende Antidiskriminierungs-Richtlinie.
Apropos: Hier hat der neue deutsche Außenminister Westerwelle alle Versprechungen seiner Partei gebrochen: Im Koalitionsvertrag steht, dass Deutschland die Richtlinie nicht wie von Kommission und Europaparlament vorgeschlagen umfassend umsetzen will. Ein miserables Einstiegsgeschenk für die LGBT-Community, Herr Westerwelle!
Übrigens: Die diesjährige ILGA-Europa-Konferenz tagt noch bis Sonntag und steht unter dem Motto: "Overcoming religiousand cultural barriers to LGBTI people". Näheres unter www.ilga-europe.org

