40 Jahre nach den Stonewall-Riots in New York im Jahr 1969 und rechtzeitig zu den weltweit (heute auch in Wien) stattfindenden Regenbogenparaden hat Indien endlich das gesetzliche Verbot von Homosexualität (mit Androhung von bis zu 10 Jahren Gefängnis!) abgeschafft - ein Gesetz, das die britischen Kolonisatoren(!) vor 150 Jahren eingeführt hatten. Als "Befreiung vom britischen Kolonialismus" begrüßte auch Sunil Babu Pant, Nepals erster offen schwuler Abgeordneter, diese Entscheidung. Sunil Babu Pant wird übrigens bei der Menschenrechtskonferenz der Outgames in Kopenhagen am 27. Juli an einem von mir geleiteten Workshop zum Thema "LGBT Party Politics" teilnehmen (Näheres unter outgames2009.org). Dass religiöse Gruppen - sowohl Hindus wie Muslime - in Indien diese Entscheidung des Obersten Gerichtes in Delhi nicht akzeptieren werden, war vorherzusehen - dass manche von ihnen jedoch gegen den Einfluß der "westlichen Kultur" argumentieren, zeigt auf, wie wenig sie die eigene Geschichte ihres Landes kennen: Lesbische und schwule AktivistInnen zeigen seit Jahren auf, wie sogar in religiösen Abbildungen und Texten homosexuelle Handlungen dargestellt wurden... Zu hoffen ist, dass Indiens Lesben und Schwule im Land starke Unterstützung auch von heterosexuellen und liberal denkenden Menschen bekommen werden: Sie werden es gegen die religiösen Hetzer brauchen.


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