Gegründet vor 50 Jahren unter Francos faschistischer Diktatur hat sich die ETA seit Spaniens Rückkehr zur Demokratie Mitte der 70er Jahre und der Einführung einer sehr umfassenden Autonomie-Regelung mit ihren grausamen Attentaten jegliche Unterstützung in der Bevölkerung verspielt. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Spanien-Besuch 1977 in Francos früherer kastilischer Hochburg Burgos sowie in Katalonien und Valencia. Damals waren auch mir die Autonomie-Bestrebungen nach Jahrzehnten der Diktatur und Repression verständlich. Aber was nach dem Ende der Franco-Zeit viele UnterstützerInnen hatte - die Forderungen nach weitgehender Autonomie (auch steuerlicher) von Madrid, das Verwenden der baskischen/katalanischen Sprache etc. - ist heute lebendige Realität geworden. Sogar die alles andere als einfache baskische Sprache wird heute von vielen Leuten im Baskenland gelernt und gesprochen. Und in Katalonien wird wer "nur" Spanisch spricht, sogar oftmals schief angeschaut. Seit kurzem hat Katalonien auch noch ziemlich vollständige Steuer-Autonomie.
Diese Veränderungen sind nicht durch terroristischer Gewalttaten umgesetzt worden, sondern friedlichem politischen Druck und dem Wunsch nach Anerkennung sprachlicher und kultureller Vielfalt gefolgt.
Die Attentate von gestern in Burgos und heute in Mallorca sind hoffentlich das letzte gewaltvolle Aufbäumen einer Terrororganisation, die sich 50 Jahre nach ihrer Gründung endgültig selbst aus dem politischen Spektrum gebombt hat.


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