Und wieder hat Martin Graf, 3. Präsident des Nationalrates, mit einer schriftlichen Erklärung versucht, sich von Vorwürfen der Nazi-Nähe und des Rechtsextremismus reinzuwaschen. Doch Papier ist geduldig: Aus der deutschnationalen und rechtsextremen Burschenschaft Olympia, seinem "Lebensbund", ist er vor der Wahl zum 3. NR-Präsidenten nicht ausgetreten - und wurde dennoch mit viel zu vielen Stimmen von ÖVP und SPÖ gewählt. Und jetzt hat er sich schriftlich vom "Aufruhr"-Verlag distanziert, bei dem zwei seiner jetzigen parlamentarischen Mitarbeiter vor einigen Jahren einschlägige Produkte mit Nazi-Aufschriften bestellt hatten. Sich von ihnen zu trennen, das verweigert er. Papier ist geduldig. Graf ist und bleibt ein deutschnationaler FPÖ-ler. Graf ist und bleibt ein deutschnationaler Präsident des österreichischen Nationalrates mit Mitarbeitern, die Nazi-Gedankengut anscheinend allzu nahe stehen. Eine Schande für das österreichische Parlament. Und fast noch schlimmer: Dass ÖVP und SPÖ Graf die Stange halten und ihn - zumindest bisher - nicht mindestens dazu auffordern, sich von den beiden parlamentarischen (nicht FPÖ-) Mitarbeitern zu trennen. In Deutschland wäre das nicht möglich. Am Beispiel Graf zeigt sich wieder einmal die immer noch mangelhafte Aufarbeitung der Nazizeit bzw. Verankerung dieser Aufarbeitung im österreichischen Bewußtsein.


Was haben die beiden Mitarbeiter denn wirklich bestellt bei dem Verlag? Damit will keiner rausrücken, Öllinger nicht, die FPÖ auch nicht!
Kommentiert von: charly | 18. Januar 09 um 21:40 Uhr
sagen wirs mal so. alles was im rahmen akzeptabler normen wäre, würde man nicht bei einem solchen verlag bestellen müssenö
Kommentiert von: Tom Schaffer | 20. Januar 09 um 03:36 Uhr
was muss eigentlich passieren damit herr u frau österreicher das ganze nicht so gelassen nehmen?!
Kommentiert von: komakind | 20. Januar 09 um 22:02 Uhr