Da sind wir Lesben und Schwule in unseren Beziehungen immer noch vor Gesetz Fremde zueinander - und gleichzeitig übernehmen vom Bundespräsidenten über Bundeskanzler, Parlamentspräsidentin bis hin zu Außen- und Justizministerin den Ehrenschutz sowie sogar beträchtliche Finanzmittel für die Abhaltung der Weltkonferenz der International Lesbian and Gay Association ILGA, die noch bis 6.11. in Wien stattfindet. Seltsam, nicht?
Und während in Österreich VertreterInnen der erstarkten Rechten (inkl. öVP) immer noch behaupten sie wollten eh nicht diskriminieren aber gleiche Rechte, das geht nicht, spielt Österreich auf EU- und UNO-Ebene eine sehr positive Rolle bei der Unterstützung der LGBT-Forderungen. Seltsam, nicht? Nein, die Paradoxien sind leider Teil österreichischer Realität: Mit der Innenpolitik werden Wahlen gewonnen; was außenpolitisch geschieht rührt kaum eine Fliege hinterm Ofen hervor, da kann man dann gut die LGBT-Menschenrechte verteidigen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Gut, dass das Außenministerium so handelt - aber die Außenministerin ist schließlich auch ÖVP-Mitglied und will dem Vernehmen nach auch Regierungsmitglied bleiben. Wie wär's mit einer klaren Aussage zur rechtlichen Gleichstellung - etwa in Form des Schweizer Modells, das Josef Pröll vor etwas mehr als einem Jahr als Ergebnis der ÖVP-Perspektivengruppe präsentiert -hatte? Plassnik und Pröll sind gefordert, ebenso die SPÖ in diesen Regierungsverhandlungen. Ich habe nämlich keine Lust, bei einer möglichen nächsten ILGA-Weltkonferenz in Wien (die ersten beiden waren 1983 und 1989) wieder vom österreichischen Paradoxon zu sprechen...


Kommentare