Was haben der zimbabwische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai - seit gestern Ministerpräsident - und Alexander Dubcek, Hoffnungsfigur des tschechoslowakischen Prager Frühlings 1968, gemeinsam? Wohl nicht viel. Die Zeiten sind grundsätzlich andere, die Kontinente auf denen die beiden leb(t)en ja auch, und die politischen Rahmenbedingungen auch. Dennoch: Fast wäre Morgan Tsvangirai für diejenigen ZimbabwerInnen, die ihre Hoffnungen für politische Freiheiten und wirtschaftliches Überleben auf ihn wie auf einen Glücksbringer gesetzt hatten, auch zu einem "gestohlenem Talisman" geworden - so wie Alexander Dubcek, Symbolfigur des Prager Frühlings, zu dessen Ehren heute eine Gedenkveranstaltung in Wien stattfand, und wo der slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic den Begriff des "gestohlenen Talisman" auf Dubcek münzte. Tsvangirai wird den ZimbabwerInnen hoffentlich noch Glück bringen, er wurde ihnen nicht gestohlen so wie Dubcek den TschechoslowakInnen vor 40 Jahren. Es ist zwar noch unklar, ob die Einigung zwischen Langzeit-Diktator Mugabe und seinem Langzeit-Widersacher Tsvangirai tatsächlich die Wende in der ehemaligen Kornkammer des südlichen Afrika bringen wird. Zu hoffen und zu wünschen ist es den geplagten Menschen in dem wunderschönen Land. Zu hoffen ist auch, dass die rund drei Millionen nach Südafrika geflüchteten ZimbabwerInnen wieder zurückkehren und ein wirtschaftliches Auskommen finden werden.


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