In Zeiten globalisierter Finanzmärkte sind es also nicht mehr die Menschen, sondern die Märkte, die sich fürchten. So bizarr es auch klingt: Die Aussage eines österreichischen Investmentbankers in der heutigen ZiB2 anläßlich des Konkurses der Lehman Brothers zeigt auf, wie weit weg von Alltagsängsten und -sorgen Hedge Fonds- und andere FinanzspekulantInnen schon sind.
Doch was sie eigentlich tun, ist, die Menschen das Fürchten zu lehren. Zuerst waren es die überschuldeten Häuser der gar nicht so Wohlhabenden in den USA, die durch die Immobilienkrise nicht mehr wußten, wie sie ihre Hypotheken zahlen sollten. Ist noch nicht ausgestanden. Denn sie werden ja nicht von der Regierung in Washington mittels Steuergeldern entschuldet, so wie die Hypotheken-Giganten Fanny May und Freddie Mac.
Wenn angesehene Investmenthäuser wie Lehman Brothers Konkurs anmelden müssen und sich die Regierung Bush entscheidet, nicht mehr einzugreifen, tut sie zum ersten Mal das, was sie sonst ständig predigt: Eigenverantwortung, Verweigerung staatlichen Eingreifens. Das Gesundheitswesen in den USA ist eines der besten - oder besser gesagt schlechtesten - Beispiele dafür. Da hat sich schon Hillary Clinton die Zähne ausgebissen.
Das Motto der Neoliberalen bleibt: Die Gewinne den Privaten, die Schulden der öffentlichen Hand, also den SteuerzahlerInnen - auch wenn die Verweigerung der Rettung der Lehman Brothers erstmals ein anderes Bild bietet.
Interessant übrigens was der Hedge-Fonds-Banker in der ZiB2 dem p.t. Publikum angesichts noch bevorstehender Börsen-Crashes empfohlen hat: Legt Euer Geld aufs Sparbuch. Damit Euch die Spekulanten auf den ach so freien Kapitalmärkten nicht noch mehr das Fürchten lehren...


Kommentare