So klar brachte es heute früh im Ö1-Morgenjournal ein Syrer auf den Punkt - und damit die Enttäuschung, dass, anders als bei Libyen, es im UNO-Sicherheitsrat nicht einmal zu einer klaren Verurteilung der mörderischen Politik von Präsident Assad gegen seine eigene Bevölkerung gereicht hatte. Ob der russische Außenminister Sergej Lawrow, wenn er heute nach Damaskus reist, tatsächlich mehr bewirken kann - und will - als wenn sein Land am Wochenende bei den Vereinten Nationen in New York, gemeinsam mit China, klar Position gegen das Morden auf den Straßen von Homs und in anderen syrischen Städten gesetzt hätte, ist zu bezweifeln. Schließlich ist Syrien ein großer Abnehmer russischer Rüstungsgüter...
Es rächt sich wieder einmal, dass Kofi Annan bei der versuchten Reform des Sicherheitsrats, damit dieser den Anforderungen des neuen Jahrhunderts gerecht werden kann, an den Machtbestrebungen der ständigen Mitglieder gescheitert ist. Diese Zusammensetzung stammt aus der Nachkriegszeit vor mehr als sechzig Jahren - und gehörte schleunigst den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts angepaßt; genauso wie Syriens Assad schleunigst seinen Thron räumen und seiner Bevölkerung endlich einen friedlichen Übergang ohne Blutvergießen in eine neue Zeit ermöglichen müßte.

